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Matrix in einer Matrix

Eine alternative Deutung (Matrix in einer Matrix) ergibt sich, wenn man ,,Matrix" mit seinen Vorgängerfilmen vergleicht. Zum Beispiel Rainer Werner Fassbinder ,,Welt am Draht" aus dem Jahr 1973:

Im Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung haben Wissenschaftler eine künstliche Welt erschaffen, die die reale imitiert, um Aussagen über die Zukunft zu gewinnen, die sich in vielerlei Aspekten nutzen lassen, vor allem wirtschaftlich. Künstliche Identitäts-Einheiten (Menschen) in der simulierten Welt werden gelöscht, wenn sie dem Geheimnis ihrer bloß virtuellen Existenz auf die Spur kommen. Diese Löschung erscheint notwendig, um das System Simulacron 3 und seine Prognosefähigkeiten ungestört zu erhalten. Nach dem überraschenden Ableben des Institutsleiters scheint seinen Nachfolger Fred Stiller das gleiche Schicksal zu ereilen. Denn auch Stiller muss feststellen, dass die Realität, in der er lebt, womöglich nur eine Simulation ist.

Der Ursprung: Simulacron-3 ist der Titel eines Science-Fiction-Romans des US-amerikanischen Autors Daniel F. Galouye, der erstmals 1964 veröffentlicht wurde. In Großbritannien ist der Roman auch unter dem alternativen Titel Counterfeit World erschienen.

Das Werk handelt von dem Betreiber einer virtuellen Großstadt, die zu Marktforschungszwecken eingesetzt wird. Die Simulation ist so perfekt, dass die Bewohner ein eigenes Bewusstsein besitzen und gar nicht merken, dass sie nur als elektronische Impulse in einem Computer existieren. Im Laufe der Zeit merkt der Protagonist immer mehr, dass auch seine Welt nicht real ist, sondern ebenfalls nur als Simulation in einer höheren Realität existiert.

Simulacron-3 (vom lateinischen „Simulakrum“ = „Trugbild“) kann als eine der ersten Beschreibungen virtueller Realität angesehen werden, auch wenn das Thema der Scheinhaftigkeit der Welt schon vor mehr als zweitausend Jahren von Platon mit seinem Höhlengleichnis behandelt wurde. Eine weitere philosophische Grundlage lieferte René Descartes mit seiner Maxime: „Ich denke, also bin ich“.

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