Tiertransporte

28.03.2021

UNVORSTELLBARER HORROR:

https://www.costanachrichten.com/costa-calida/tierschutz-notschlachtungen-hafen-cartagena-1600-kuehe-getoetet-tierschuetzer-protest-90262771.html

Die EU-Politiker haben sich trotz internationaler Bitten nicht gerührt. Ein großer Teil der Tiere sind mehr tot las lebendig, es sind auch viele Kälber darunter. Da die Tiere schon mindestens 2 Monate auf dem Mittelmeer unterwegs sind, wurden sie bereits als Kleinstkälber verschifft.

Dieser Umgang mit Mitgeschöpfen ist einer Zivilisation unwürdig!!


16.03.2021

Beschwerde und Antrag

Unser offener Brief an die EU:
Transporte von Jungbullen und Rindern aus Spanien

 

An:

Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission

Stella Kyriakides, EU-Kommissarin Health and Food Safety

Tilly Metz, Vorsitzende des EU-Untersuchungsausschusses ANIT

 

Kopie:

Anja Hazekamp, Leitung der Working Group on Animal Transport

Ilze Juhansone, Generalsekretärin der EU-Kommission / Secretary-General

Sekretariat des EU-Untersuchungsausschusses ANIT

 

 

11.03.2021

Transporte von Jungbullen und Rindern aus Spanien

Beschwerde und Antrag "Vertragsverletzungsverfahren gegen Spanien"

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

sehr geehrte Frau Kommissarin Kyriakides,

sehr geehrte Frau Vorsitzende des Untersuchungsausschusses ANIT,

 

der im Folgenden benannte Vorgang um die Schiffstransporte von mehr als 2000 Rindern ausgehend von Spanien zeigt eindeutig, dass die EU keine Wertegemeinschaft, sondern eine reine Handelsgemeinschaft ist. Wenn sich die EU als wirkliche Wertegemeinschaft sehen würde, wären Tiertransporte unter solchen ungeheuerlichen Umständen nicht denkbar. Hiermit hat die „Tierwirtschaft“ und der Transport von Tieren als deren Bestandteil ihren ethischen Tiefststand erreicht!

Nach der mehr als zweimonatigen Irrfahrt auf dem Mittelmeer (Frachtschiff „Karim Allah“) erfolgte die Anlandung von über 800 Jungbullen (genaue Zahlen sind nicht bekannt, da Tiere bereits verendet sind und ins Mittelmeer entsorgt wurden) im Hafen Escombreras von Cartagena und deren Tötung dort, weil vermutet wurde, dass die Tiere mit dem Virus der hochansteckenden Blauzungenkrankheit infiziert waren. Gewissheit darüber gibt es nicht, da die entnommenen Blutproben nicht auf die Infektion untersucht worden sind. Das Schicksal von weiteren 1776 Rindern auf dem Transportschiff „Elbeik“ ist nach wie vor ungewiss. Da diese Rinder als Schlachttiere per Frachtschiff von Spanien aus in Drittländer verbracht werden sollten, sind die spanischen Behörden nach EU-Verordnung (EG) Nr. 1/2005 für das Wohlergehen der Tiere während des Transportes bis hin zum Zielort verantwortlich.

Diese im EU-Recht verankerte Verpflichtung nehmen die spanischen Behörden nicht ausreichend wahr.

Es ist vielmehr so, dass die Rechtssätze der Urteile des EuGH in den Rechtssachen C-424/13 und C 383/16 bei transmediterraner Verbringung von Tieren nicht beachtet werden, weil es in den Zielstaaten gleichartige Bestimmungen gar nicht gibt.

Wir sehen uns nun veranlasst, Beschwerde gegen Spanien einzulegen.

Wegen fortgesetzter, seit Jahren bekannter massiver Verstöße gegen EU-Verordnungen fordern wir die Kommission auf, unverzüglich ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Spanien einzuleiten.

Begründung:

Die durch Presse und Medien europaweit bekannt gemachten, von NGOs aufgedeckten Enthüllungen der durch nichts zu rechtfertigenden tierquälerischen Transportbedingungen von Hunderten aus Europa in Drittländer verkaufter Tiere, sind nur die Spitze des Eisbergs und das Ergebnis einer völlig verfehlten Agrarpolitik, die Tiere ausschließlich als Handelsware bewertet und behandelt.

Die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, dass nach Informationen aus dem spanischen Landwirtschaftsministerium im Jahre 2019 von den Mittelmeerhäfen Tarragona und Cartagena 200 ehemalige Frachtschiffe mit insgesamt 150.000 Rindern und 760.000 Lämmern an Bord in Richtung außereuropäische Drittstaaten entsandt wurden.

Aufgrund der in der letzten Zeit zahllosen erschreckenden und auch nachprüfbaren Berichte über die nicht akzeptablen Bedingungen für Tiere aller Art auf Transporten innerhalb Europas und auf Anschlusstransporten, ist der Untersuchungsausschuss ANIT zur Aufklärung der Praktiken und Gesetzeskonformität bei Tiertransporten eingesetzt worden. Dieser Ausschuss, der für die Dauer eines Jahres arbeitet, soll über den weiteren Umgang der EU und seiner Mitgliedsländer mit Lebendtier-Exporten und zum WOHL der Tiere entscheiden. Mit Ergebnissen ist voraussichtlich nicht vor Juli 2021 zu rechnen.

Spanien ist mit der exponierten Lage seiner Häfen am Mittelmeer zum größten Exporteur Europas von Schlachttieren und als Zuchttiere deklarierten Tieren geworden.

Wegen einer massiven Überproduktion an Kälbern, insbesondere von Kälbern der Milchleistungsrassen, findet eine „Entsorgung“ dieser Tiere über den Export statt. Sie haben aufgrund ihrer züchterischen Ausrichtung auf Milchleistung eine genetisch bedingte unzureichende Mastfähigkeit und sind wirtschaftlich gesehen „Ausschussware“, die man so früh und so kostengünstig wie möglich über die Export- Entsorgungsschienen loswerden will.

Der Export nach Spanien hat neben einer grenzwertigen Wirtschaftlichkeit auch eine Reihe von als tierquälerisch einzustufenden Nebenerscheinungen sichtbar gemacht. Der Massentransport von wenige Wochen alten und zum Teil nicht abgesetzten Kälbern ist schon bei der ersten Verladung aus Tierschutzgründen abzulehnen. Die wiederholten Umladungen und langen Transportstrecken ohne adäquate Versorgung sind zudem nicht rechtskonform.

Aus diversen europäischen Staaten werden diese jungen Kälber nach Katalonien und Aragonien verbracht, um dort einige Monate in Mastbetrieben bis zum Wunschgewicht gemästet zu werden.

Von dort aus geht es über die Häfen Cartagena und Tarragona per Schiff in die Maghrebstaaten, Türkei und Arabische Länder; Staaten, von denen wir wissen, dass die dortigen Schlachtmethoden unsäglich sind und den europäischen Standards nicht genügen.

Es gibt wohl kein augenfälligeres Beispiel für die Fehlentwicklung der modernen „Tierwirtschaft“.

Es stellt sich die Frage, wie lange Politik und weisungsgebundene Behörden die Mittäterschaft an diesem Geschehen mit der Begründung der Handelsfreiheit noch rechtfertigen können.

Bisher wurde ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Spanien trotz der vorliegenden Beweislage von der EU nicht eingeleitet. Auch die - nach erfolgter Beschwerde durch „Animal Welfare Foundation“ (AWF) - eingeleiteten Ermittlungen 2018 wegen Nichteinhaltung von EU-Verordnungen wurden ohne Konsequenzen für Spanien eingestellt.

Wir haben darauf verzichtet, an dieser Stelle auf die rechtlichen Grundlagen und Vollzugshinweise für Kälbertransporte gemäß Verordnung (EG) Nr.1/2005 und auf den Wortlaut aus der Tierschutztransportverordnung hinzuweisen.

Da die Europäische Union für sich in Anspruch nimmt, über die besten Tierschutzstandards der Welt zu verfügen, dass ihre Vorschriften von allen Mitgliedstaaten eingehalten werden und den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere als FÜHLENDE WESEN in vollem Umfang Rechnung getragen wird, fordern wir Sie hiermit auf, diesem hohen Anspruch auch Taten folgen zu lassen und mit allem Nachdruck auf deren Durchsetzung zu bestehen.

Die offenbar gewordenen tierquälerischen Zustände auf den Transportschiffen mit Ausgangspunkt Spanien, die Weigerung der zuständigen Behörden, für Abhilfe zu sorgen, die Negierung der Zuständigkeit überhaupt, sind empörendes Zeugnis eklatanter Verstöße gegen EU-Recht und müssen geahndet werden. Sie sind eine Schande für Europa.

Wir bitten Sie dringend, aufgrund der für die gesamte Öffentlichkeit sichtbaren aktuellen Verstöße Spaniens gegen EU-Recht in Angelegenheiten des Tierschutzes, jetzt tätig zu werden und erwarten hierzu Ihre Antwort.

Freundliche Grüße

gez. Helga Leydag                                                 gez. Dr. Claudia Preuß-Ueberschär                         

Bürgerbündnis „mensch fair tier“                           Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e. V.

www.menschfairtier.de                                    www.tfvl.de

 

Mitunterzeichner:

Ärzte gegen Massentierhaltung

Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen e.V.

Animal Equality

Animals United

Berliner Landesbeauftragte für den Tierschutz

Bürgerinitiative LAHSTEDT-ILSEDE für TIER, MENSCH und UMWELT

Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V. (DJGT)

Deutsche Tier-Lobby e. V.

Deutscher Tierschutzbund

Landestierschutzverband Niedersachsen e. V.

Dr. Norbert Alzmann

Dr. vet. Alexander Rabitsch

Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz

Berlin Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung e. V.

Menschen für Tierrechte Nürnberg e. V.

Ostfriesen gegen Tierleid

PETA

PROVIEH e.V.

Robbenzentrum Föhr

TASSO e. V.

Tierärzte für Tiere

Unsere Hände für viele Pfoten e. V.

Verein für Tierrechte e. V.

Welttierschutzgesellschaft e. V.

XORGA Bündnis für Tierrechte

Unterzeichner


 


06.03.2021

Tragödie: Auf dem Mittelmeer irren Rinder aus der EU umher

Tiertransporte
Rinder auf dem Schiff «Karim Allah», aufgenommen am 24. Februar.                                                            
Photo: Tallia Shipping Line Co. Srl / Reuters
Quelle: NZZ

In den politisch tätigen Tierschutzorganisationen ist die Tragödie der auf dem Mittelmeer umherirrenden Rinder aus der EU DAS Thema.
Immer wenn wir denken, gruseliger geht es nicht mehr, müssen wir uns mit erneuten Perversitäten auseinandersetzen.

1,3 Millionne Tiere gehen von der EU täglich auf den Transport in Drittländer!
 
 Hier ein Presseartikrel der NZZ vom 04.03.2021 zu dem Thema:

https://www.nzz.ch/panorama/cartagena-karim-allah-eu-tiertransporte-hunderte-rinder-werden-notgeschlachtet-ld.1604370

Auch die LZ berichtete dazu am 30.01.2021:

„In der Wüste wächst kein Gras“

Die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht fordert ein bundesweites
Verbot von Tierexporten in bestimmte Länder. Gerichte geben Händlern oft Recht.

Kreis Lippe. Das Veterinäramt Lippe hatte für drei zum Verkauf stehende trächtige Rinder nur auf richterliche Anordnung erforderliche „Vorlaufatteste“ ausgestellt. Es hatte den Weiterverkauf der Färsen von einem lippischen Hof und den anschließenden Transport nach Algerien so
verhindern wollen – die LZ berichtete. Die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht fordert ein bundesweites Verbot von Tierexporten in bestimmte Staaten, sagt deren stellvertretende Vorsitzende Dr. Barbara Felde.

Frau Dr. Felde – die Lipper haben vor Gericht verloren. Ein Einzelfall?

Dr. Barbara Felde: Solche Fälle sind schon im Frühjahr 2019 extrem durch die Verwaltungsgerichte gelaufen, nachdem Tierärzte sich geweigert hatten, die Atteste
auszustellen. Sie haben dann vor sehr, sehr vielen Gerichten verloren – so wie die Lipper nun vor dem Verwaltungsgericht in Minden. Viele Veterinäre haben daraufhin wieder Atteste ausgestellt, weil sie keinen Sinn in der Verweigerung gesehen hatten.
Einige Tierärzte haben anschließend aber die Abfertigung an den Sammelstellen verweigert...

Felde: Ja, und dann haben Gerichte sie doch zur Abfertigung verpflichtet. Unseres Erachtens unter Verkennung der konkreten Gefahren, die den Tieren auf dem Transport und nach Ankunft im Drittland drohen. Manche Gerichte haben aber auch gesagt: richtig so! Das gesamte Tiertransportrecht ist sehr undurchsichtig und komplex, und diese gerichtlichen Entscheidungen fielen immer im Eilverfahren unter zeitlichem Druck.

Warum? Weil die Schiffe auslaufen sollten?
Felde: Angeblich – und weil ja die Tiere bis zu einem gewissen Trächtigkeitsstadium dort ankommen müssen. In vielen Fällen war es aber gar nicht so, die Tiere sind trotzdem noch zwei Wochen stehen geblieben. Da läuft alles mit sehr viel Druck.

Diese schnellen Prüfungen sind das Problem?

Felde: Wir glauben, dass viele Gerichte sich in der Materie gar nicht richtig auskennen und die Verstöße in den Drittstaaten ’runterspielen. Dabei weisen Tierschutzorganisationen diese seit mindestens 30 Jahren nach. Also geben die Gerichte den wirtschaftlichen Grundrechten der Transporteure mehr Gewicht als dem Tierschutz – der aber in der Verfassung steht.

Obwohl die Transporte in vielen Ländern, wie in NRW, verboten sind, wird also exportiert?

Felde: In fast allen Bundesländern haben sich Transporteure die Abfertigung eingeklagt.

Jedes Mal aufs Neue?

Felde: Ja, und deswegen haben einige Länder ihre Erlasse wieder zurückgenommen. Weil sie nämlich die Kosten tragen, wenn sie vor Gericht verlieren. Es gibt übrigens Veterinärämter in Deutschland, die sehr gerne abfertigen. Da sind Brandenburg, Niedersachsen und
auch NRW ganz groß.

Das heißt, ein Händler beispielsweise aus Hessen verkauft erst dorthin und dann weiter, etwa nach Algerien?

Felde: Ja, regional starke Verbände kaufen die Kühe auf und sorgen dafür, dass sie zu einer Sammelstelle kommen, die ohne Probleme abfertigt.

Sie fordern eine bundeseinheitliche Regelung. Welche Signale bekommen Sie denn aus Berlin?

Felde: Keine guten. Wir rechnen nicht mit einer Rechtsverordnung durch das Bundeslandwirtschaftsministerium. Da muss der Gesetzgeber aktiv werden. Daher hoffen wir auf die Bundestagswahlen und auf Initiativen. Anders geht es wohl nur noch, wenn die Veterinärämter aufgrund der ganz konkreten Gefahren für die Tiere in den Drittländern, um die alle wissen, jeden einzelnen Transport verbieten, der direkt in ein Drittland geht oder
offiziell zunächst „nur“ bis Ungarn führt, dann aber weiter nach Usbekistan oder Kasachstan fährt.

Dass Kühe tierschutzkonform transportiert und gehalten werden, das glauben Sie gar nicht?

Felde: In den besagten Drittstaaten ist eine artgerechte Haltung ja überhaupt nicht möglich. Algerien oder Marokko sind Wüstenstaaten, da gibt es weder Heu noch grüne Wiesen in ausreichender Menge, die deutsche Hochleistungs-Milchviehrassen brauchen. Die Tiere
werden höchstens so lange gehalten, bis sie gekalbt haben, und dann geschlachtet – und zwar nicht im Schlachthaus, wo Anforderungen an den Tierschutz gestellt werden. Wir brauchen unbedingt ein deutschlandweites, am besten gesetzliches Verbot von
Lebendtiertransporten in Drittländer wie Marokko, Algerien, den Libanon oder Aserbaidschan.

Das Interview führte LZ-Redakteur Martin Hostert.
Quelle: https://epaper.lz.de

14.02.2021:
Schweinchen "Britney" sucht Paten...

weiterlesen...


28.03.2021:

Großes Schlachten in Cartagena: 1.600 Kühe getötet!

weiterlesen...


 

Pflegestellen

Immer wieder werden wir, genau wie befreundete Tierschutzvereine und die Tierheime, sehr plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt, wenn ....
mehr =>

14.02.2021:
Schweinchen "Britney" sucht Paten...

weiterlesen...


28.03.2021:

Großes Schlachten in Cartagena: 1.600 Kühe getötet!

weiterlesen...


 

Pflegestellen

Immer wieder werden wir, genau wie befreundete Tierschutzvereine und die Tierheime, sehr plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt, wenn ....
mehr =>